Ermutigungspädagogik ist…

16. Juni 2012

…die Suche nach dem kleinen g. Von dem Individualpsychologen Alfred Adler (1870-1937), auf den die Ermutigungspädagogik zurückzuführen ist, wird folgende Episode erzählt:

Eine Lehrerin kam zu Alfred Adler mit dem Heft eines sehr schwachen Schülers. Sie zeigte Adler das Heft, äußerte ihre Empörung über die schlechte Handschrift und fragte ihn, was sie mit diesem Schüler bloß noch anfangen solle. Adler blätterte das Heft durch und nahm sich lange Zeit dafür. Schließlich sagte er: „Ja, Sie haben Recht, das ist eine sehr schlechte Schrift. Aber hier, dieses kleine g, das ist doch schon ganz gut geworden.“

(Quelle und Lektüreempfehlung: Theo Schoenaker / Ewald Th. Müller / John M. Platt: Erfolg in der Schule. Die Kraft der Ermutigung zu Hause und in der Klasse, Bocholt 22010.)

Was das für uns bedeutet? Es ist schwer, sich zu verbessern, wenn man bei dem ansetzt, was fehlt oder falsch ist. Man sollte bei dem ansetzen, was schon da ist. Das bedeutet, sich auf die Suche nach dem kleinen g zu begeben. Das ist nicht leicht zu bewältigen im Schulalltag mit allen Schülerinnen und Schülern, die man beispielsweise bei einer vollen Stelle unterrichtet. Aber sich bei denen, die es besonders schwer haben, auf die Suche nach dem kleinen g zu machen und es ihnen rückzumelden, wenn man fündig geworden ist, lohnt sich und führt zu mehr Lernmotivation und -erfolgen.

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