Auf zum LernLabBerlin!

26. Oktober 2013

Meistens geht es mir in meinen Artikeln ja darum, Anderen Mut zu machen, Schule so zu gestalten, dass Lernen in Gemeinschaft für alle gelingen kann. In diesem Fall aber brauche ich selbst ein bisschen Mut, habe ich mich doch auf ein Unterfangen eingelassen, dessen Konsequenzen mir erst jetzt so langsam bewusst werden.

Am kommenden Freitag startet in der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule das Berliner EduCamp mit einem vorgeschalteten Praxistag, dem LernLabBerlin. Und ich bin dabei.

Die Idee der Organisatoren des Berliner EduCamps, den Adressatenkreis gezielt zu erweitern um LehrerInnen, die noch keine oder wenig Berührungen mit digitalem Lernen hatten, und um SchülerInnen, um die es ja letztlich bei all unseren Bemühungen geht, hat mich von Anfang an überzeugt. Wenn wir Lernen wirklich verändern wollen, dann müssen wir alle einladen, dabei mitzumachen, um miteinander und voneinander zu lernen.

Also habe ich angeboten, das Unterrichtsgespräch 2.0 mit einer Lerngruppe der Heinrich-von-Stephan-Schule auszuprobieren. Eine Methode, die schon in meinem vertrauten Unterrichtsbetrieb nicht immer ganz leicht umzusetzen ist. Die aufgrund ihrer Komplexität hohe Anforderungen an die Konzentration der Lehrkraft stellt. Mit einer Lerngruppe, die ich noch nie gesehen habe. Vor einem Publikum, das vermutlich hohe Erwartungen an diesen Tag und seine Veranstaltungen mitbringt. Man könnte ein klein wenig nervös werden angesichts dieses Szenarios. Werde ich auch. Sehr sogar. Eins ist klar: Scheitern ist immerhin eine Möglichkeit. Und bin ich nicht in vielerlei Hinsicht im Grunde doch auch ziemlich konventionell in meinem Lehrerinnenhandeln? Mich beschleicht kurz der Gedanke, was mich eigentlich geritten hat, bei diesem Praxistest mitzumachen. Aber wenn ich in Ruhe darüber nachdenke, dann weiß ich das dann wieder ganz genau.

Es ist eben dies: Mit Neugierigen meine Überzeugung teilen, dass die neuen technischen Möglichkeiten dabei helfen können, SuS zu sehr viel selbstständigeren Lernpartnern werden zu lassen. Zweiflern zeigen, dass die Technik kein Selbstzweck ist und dass man kein Technik-Nerd sein muss, um diesen Weg zu beschreiten. Als Newbie Anderen Mut machen, dass jede/r sofort loslegen kann, weil dieser Weg kein langer und mühsamer sein muss. Den Spaß an der Erkenntnis vermitteln, dass man immer Lernende/r ist und ein Ende des Weges nicht in Sicht ist. Und nicht zuletzt ein ehrliches Urteil von SchülerInnen einholen, die nicht von meinen Noten abhängig sind. Alles Andere ist gemeinsames Beobachten, Diskutieren, Fragenstellen, Austauschen von Erfahrungen, Entwickeln von Alternativen. Lernlabor eben.

Ein herzlicher Dank im Voraus allen, die dieses spannende Experiment möglich machen! Ich freue mich darauf ganz besonders!

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